Deutschland im demografischen Dilemma – woher sollen die Arbeitskräfte kommen?

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Am 20. Juni 2022 diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis im Rahmen einer Veranstaltung aus der Reihe Nürnberger Gespräche, die von der Bundesagentur für Arbeit unter Federführung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Stadt Nürnberg ausgerichtet wird, über ein immer sichtbarer werdendes demografisches Dilemma, das Wirtschaft und Gesellschaft umtreibt.
(vergl. https://iab.de/veranstaltungen/nuernberger-gespraeche/)

Konkreter Hintergrund dieser Gesprächsrunde im historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg war die wachsende Sorge um den heutigen und zukünftigen Arbeitsmarkt, dem derzeit jährlich 300.000 bis 400.000 Erwerbstätige (mit steigender Tendenz) durch den demografischen Wandel verloren gehen.

 

Nach einer, im Hinblick auf den immer fühlbarer werdenden Arbeitskräftemangel sorgenvollen, Begrüßung durch den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König erörterten

  • Prof. Herbert Brückner, Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) sowie Leiter des Forschungsbereichs „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“ am IAB,
  • Leonie Gebers, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
  • Janina Kugel, Aufsichtsrätin, Senior Advisorin und vorm. Personalvorständin bei der Siemens AG,
  • Eva Strobel, Geschäftsführerin der Abteilung „Geldleistungen und Rehabilitation“ und vorm. Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit sowie
  • Prof. Bernd Fitzenberger, Direktor des IAB

sehr umfassend unterschiedliche Aspekte der Kernfrage, woher denn die heute und in Zu-kunft so dringend benötigten Arbeitskräfte tatsächlich kommen sollen.

 

Dabei wurden u. a. Lösungsansätze angesprochen wie die Erschließung des Arbeitskräftepotenzials langzeitarbeitsloser Menschen, eine stärkere Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt, der längere Verbleib Älterer im Erwerbsleben, die Verbesserung der Inklusion am Arbeitsmarkt, die Stärkung der qualifizierten Zuwanderung und die Bedeutung der Aus-und Weiterbildung.

Zusammenfassend unterstrich am Ende der fast zweistündigen Diskussion der IAB-Direktor Prof. Bernd Fitzenberger, dass uns trotz aktueller Krisen und trotz der durch die Digitalisierung getriebenen Transformationsprozesse die Arbeit nicht ausgehen wird und dass gerade die digitalisierungsbedingten Transformationsprozesse deutlich machen, welche Rolle Qualifizierung bei der Arbeitskräftesicherung zu spielen hat. Prof. Fitzenberger unterstrich: „Die Arbeitskräfte, die noch (!) da sind, müssen ja auch befähigt werden, in der Digitalwirtschaft zu arbeiten. Qualifizierung heißt das Schlüsselwort.“

Das vollständige Video des Nürnberger Gesprächs am 20.06.2022 findet sich auf dem YouTube-Kanal des IAB: https://www.youtube.com/watch?v=gpnzC221jxw

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Deutschland im demografischen Dilemma – woher sollen die Arbeitskräfte kommen?

About The Author
- Dr. Peter Littig, born 1948, is a mathematician, physicist and educational scientist. He used to teach at public and private schools and has been working in adult education since 1984. He was trainer, consultant and head of department at Control Data Institut. From 1995 on, he was head of education at DEKRA Akademie GmbH. He is now retired, but still serves as advisor on educational policy to the board of directors.He has published numerous papers and books on further education, human resource development and digitization in learning and training.

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